Was ist Stress eigentlich?

Man könnte sagen die Mobilmachung des Körpers für Flucht oder Kampf. Dies geschieht mit Hilfe der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin aus der Nebenniere. Dauert die Stresssituation länger an, schüttet die Nebennierenrinde zur Unterstützung ein weiteres Hormon aus, das Kortisol.

Was bewirken diese Hormone im Körper?

Die Bronchien werden weit gestellt, um dem Körper genügend Sauerstoff zur Verfügung zu stellen. Das Herz schlägt schneller und pumpt mehr Blut. Die Durchblutung von Eingeweideorganen und Haut wird verringert. Muskeln, Herz und Hirn bekommen eine Extraportion Energie in Form von Zucker.

Die Produktion von Sexualhormonen sowie die Schmerzempfindlichkeit werden reduziert, denn wer im Kampf weniger Schmerz empfindet, ist klar im Vorteil.

Der Sinn dieser physiologischen Reaktionen liegt klar auf der Hand. Wer vor 100 000 Jahren nicht schnell genug weg war, wenn der Säbelzahntiger angriff, oder nicht gut genug kämpfen konnte, hat nicht überlebt.

Wer löst denn diese Stressreaktionen im Körper aus?

Das autonome Nervensystem, den meisten aus dem Biologieunterricht bekannt als Sympathikus und Parasympathikus. Den Sympathikus kann man als unser Gaspedal, den Parasympathikus als Bremse bezeichnen.

Was ist denn nun schlecht an Stress?

Eigentlich nichts! Um gesund zu bleiben, benötigen wir ihn sogar ab und zu.

Gesundheitsschädlich wird er dann, wenn er zu lange andauert und zu häufig auftritt und/oder keine Möglichkeit besteht, die Stresshormone durch körperliche Betätigung wieder abzubauen.

Eine weitere problematische Reaktion, ein Trauma, entsteht wenn das natürliche Zusammenspiel im autonomen Nervensystem gestört ist. Bei einem Unfall, einem Überfall, einer emotional extrem belastenden Situation wie der Nachricht vom Verlust eines lieben Menschen oder Tieres, herrscht absolute Ohnmacht. Hier schlägt unser Erleben von >ich kann< in >ich kann nicht< um. Die normale Stressreaktion wird in ihrem Verlauf gehemmt, die natürliche Entladung der Spannung kann nicht stattfinden. Das führt dazu, dass Sympathikus – Übererregung und Parasympathikus – Erstarrung beide aktiv sind. Wir stehen bei angezogener Notbremse auf dem Gaspedal.

Ob eine Situation zu einem Trauma führt oder nicht, kommt darauf an, wie die Person eine Situation erlebt hat. Mit welchen Gefühlen und mit welchem Ausmaß an Stress. Entscheidend ist, ob sie handlungsfähig geblieben ist oder vollkommen überwältigt wurde.

Die Entladung kann auch dadurch verhindert werden, dass wir dazu erzogen wurden uns zusammen-zureißen und dem Bedürfnis in Tränen auszubrechen nicht nachgeben. Viele beißen stattdessen die Zähne zusammen und handeln sich dadurch Probleme im Cranio Mandibulären System ein. (Zähneknirschen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen…)

Wie schon Paracelsus sagte: „Die Dosis macht, ob ein Ding ein Gift ist.“

Wir sollten also auf die Balance in unserem Leben achten!

Wer hier bloggt

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